Geister-(traum-)hafte Theaterpremiere in Michelsdorf
Was lange währt wird endlich gut, so sagt man.
Nach langen zweieinhalb Jahren des Erdenkens und Probens hat die Michelsdorfer TheaterGäng am 7. Februar 2026 ihr neues Stück „Geister wie wir“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Fast unmittelbar nach Bekanntgabe des Termins waren alle Plätze im Gemeindezentrum ausgebucht. Und alle kamen sie zur Premiere - neugierig, gespannt, erwartungsvoll. Sogar eine längere Anreise bei widrigen Witterungsbedingungen aus der fernen Hauptstadt wurde in Kauf genommen. Bereits fünf Minuten vor Beginn saßen alle Zuschauer auf ihren Plätzen und warteten auf das Spektakel, welches nun beginnen sollte. Die Anspannung war fast greifbar, bei den Mimen sowieso, aber auch beim Publikum. Insider wussten, es war nicht immer alles glatt gelaufen in der Vorbereitung. Bis zuletzt wurde am Stück gebastelt und geschraubt.
Für gute zweieinhalb Stunden verwandelte sich dann das Gemeindezentrum in Jonas’ bunte, verrückte und sehr geisterhafte Traumwelt, in der sich alles ums Thema Wasser und den Michelsdorfer Brunnen drehte.
Hatte sich die TheaterGäng in ihren Stücken bisher eher mit Begebenheiten vergangener Zeiten beschäftigt, so wandte sie sich jetzt mutig einem aktuellen Thema der Gegenwart zu und fragte sich ein bisschen besorgt: Würde das Publikum diesen Perspektivwechsel akzeptieren?
Die Michelsdorfer Mimen machten es dem Publikum leicht. Mit ihrer höchst komödiantischen Spiel-Art und -Weise sorgten sie für kurzweiliges Amüsement und legten den Finger an manche Wunden. Ob Null-Bock-Jugendlicher, der vom im Brunnen lebenden Frosch durch seinen (Alb)-Traum begleitet wird, altbackene Dorftratsche, hinterlistige, geldgierige und mit viel krimineller
Energie ausgestattete „Erbin“ des verfressenen Fleischers, kauziger, sein Wildschwein liebkosender Waldschrat, schleimig und süffisant daherkommender Big-Dealer oder ätherische, die Welt retten wollende Waldfee - allesamt detailliert ausgearbeitete Figuren und jede einzelne brillant gespielt vor einer zauberhaften, eigenhändig gemalten Bühnenkulisse. Indes - sie spielten die Figuren nicht nur, sie wurden Eins mit ihnen.
Die gewinnträchtige Idee vom „Jungbrunnen“ , die in der Konsequenz die Vergiftung des Dorfbrunnens bedeutete und selbst Mord mit einkalkulierte, wurde mit so viel Komik, Klamauk und Augenzwinkern dargestellt, musikalisch und gesanglich perfekt begleitet, mit Lichtspektakel untermalt sowie mit so vielen Raffinessen gespickt, dass sich das Publikum vor Lachen bog und mit
wohlverdientem Zwischenapplaus nicht sparte. Kaum vorstellbar, dass hier „nur“ ein Amateur-Ensemble am Werke war.
Natürlich kam alles zu einem guten Ende, denn im Traum kann man (als Frosch) natürlich das Geschehen stoppen und sogar die Geschichte ein Stück rückwärts laufen lassen. Der Dorfbrunnen wurde gerettet und bekam zu seinem Schutze sogar noch ein Dach obendrauf - wie im wirklichen Leben, sogar mit Frosch. Und Jonas? Er kam zur erhellenden Erkenntnis, dass es eben
doch nicht immer nur damit getan ist, den Wasserhahn aufzudrehen …
Viel Schlussapplaus vom Publikum und Steine-vom-Herzen-Poltern bei der TheaterGäng - es hätte nicht besser laufen können.
Dank an alle, die zu diesem erfolgreichen Theaterevent beigetragen haben! Besonders natürlich an die Michelsdorfer TheaterGäng mit Caro, Marion, Ria, Carsten, Danny, Dominik, Helmut, Walter, Sandmann Robert an der Technik und Antje im unsichtbaren Souffleurkasten sowie an den Kultur- und Heimatverein Michelsdorf e.V., der das Ensemble mit benötigter technischer Ausstattung und Kostümherstellung unterstützt und last but not least zum Wohle des Publikums eine reibungslose Pausenversorgung mit Getränken und Snacks organisiert hat.
Bilder Christian Dohrmann





















