„Die Ohren gespitzt“ – Geschichten aus dem Kamishibai

Kann man Kinder eine Stunde lang ohne Handy beschäftigen? Nicht nur beschäftigen – fesseln. Und zwar so sehr, dass sie sogar vergessen, sich zu streiten, zu zappeln oder „Mir ist laaaangweilig“ zu sagen. Man braucht dafür nur: Nadine, ein Kamishibai und eine Portion Geschichtenmagie.
Kaum klappte Nadine ihr kleines Papiertheater auf, verwandelte sich der Raum in eine Mischung aus Zirkus, Lesesaal und leicht chaotischer Talkshow. Die Kinder rückten so nah an die Bühne, dass man dachte, sie wollten gleich selbst reinspringen.
Dann ging’s los:
- „Furzipups“ – ein Titel, der schon beim Aussprechen für Schnappatmung sorgt. Die Kinder rümpften die Nase, lachten, rümpften nochmal die Nase und lachten dann doppelt so laut.
- Der kleine Eisbär wurde begleitet, als wäre er ein Superstar auf Weltreise. Das weiße Chamäleon war gut versteckt. Es musste erst hinter dem Rahmen gesucht werden.
- Ein König bekam eine Umarmung geschenkt – und plötzlich wollten ALLE Könige sein.
- Und die Muddeldings? Die möchte wirklich niemand zu Hause haben. Nicht mal im Gästezimmer. Nicht mal kurz.
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Zwischendurch wurde kommentiert, korrigiert, gekichert und gelegentlich auch lautstark diskutiert („Nadine, lies schneller! Nein, langsamer! Nein, so wie eben!“). Nadine blieb gelassen wie ein Zen-Mönch mit Bilderbuch.
Und dann passierte das Unfassbare: Die Stunde war einfach weg. Puff. Verschwunden. Verdampft wie ein Keks in Kinderhand.
Beim Rausgehen sagte ein Kind: „Das war besser als Tablet.“ Wenn das kein Ritterschlag ist, dann weiß ich auch nicht.
Wir hoffen jedenfalls, dass es beim nächsten Mal regnet. Dann kann man es sich drinnen so richtig gemütlich machen – und Nadine kann wieder zeigen, dass Geschichten stärker sind als jedes WLAN.




















